Nachtrag, die ersten ca. 40 Downloads der Anleitung zeigen noch den Begriff "Sträkeln". - Das habe ich inzwischen geändert.
Also: Ich bin in den 70er Jahren geboren. Meine Oma und Mutter kannten beide das Wort "Sträkeln". Bei uns in der Familie bezeichnete dies ein Objekt, an dem gehäkelt und gestrickt wurde. Neueren Interneteinträgen zufolge bedeutet Sträkeln aber inzwischen oder seit je her, das konnte ich nicht herausfinden, eine Häkeltechnik mit bestimmter Häkelnadel oder sogar auch eine Stricktechnik mit Häkelmaschen. Ich las auch, dass Sträkeln das tunesische Häkeln bezeichnet.
Modell 1 besteht nur aus Stäbchen und Muschelmaschen und bildet die Basis der Anleitung (Bild unten mittig)
Modell 2 besteht aus Stäbchen und vorwiegend rechten Strickmaschen (Bild unten links)
Modell 3 ist in der Anleitung nicht mitbeschrieben, besteht aus festen Maschen, Stäbchen, rechten und linken Strickmaschen, dient hier nur zur Motivation, z.B. Tapestry-Häkeln oder auch mal feste Maschen einzubinden (Bild unten rechts)
Das Nähen möchte ich nicht aus den Augen verlieren, auch die Schnittmuster, die noch auf der Homepage liegen, möchte ich nach und nach in diesen Gratisblog holen.
Es muss wohl kurz vor Weihnachten 2016 gewesen sein als dieser Weihnachtsbaum entstand.
Wer auch genau diese etwas langgezogene Form mag, kann ja mal versuchen, ihn zu nähen.
Bild 1
Bild 2
Kurze Nähanleitung für eher fortgeschrittene Näherinnen 1.
Um die beiden Schnittmuster auszudrucken, klicke jeweils die Bilder an, es öffnet sich dann ein neues Ansichtsfenster. Klicke dann mit der rechten Maustatse mittig auf das neue Fenster, es öffnet sich ein Menü. Klicke den Menüpunkt "Bild speichern unter" an. Dann suche den passenden Speicherplatz aus, und speichere zuerst Bild 1, dann Bild 2 in Deinem PC ab. Wenn Du die Bilder abgespeichert hast, kannst Du sie drucken. Leider kannst Du sie nicht direkt von diesem Blog aus drucken, glaube ich.
2.
Schneide Teil 1 und Teil 2 aus, klebe an den kurzen, waagerechten Kanten beide Teile mit Klebeband zusammen, damit ist das Schnittmuster dann auch schon fertig.
3.
Lege einen Stoff, rechts auf rechts zusammen, zeichne um das Schnittmuster herum mit einem weichen Bleistift (8B) eine Linie. Wenn Du willst, kannst Du auch sofort die Nahtzugaben von ca. 7 mm - 1 cm einzeichnen.
4.
Schneide die Weihnachtsbäume nun mit Nahtzugaben aus. Markiere an der unteren Kante mit zwei kleinen Strichen eine Öffnung, die Du beim Nähen dann auch offen lässt, damit Du den Stoff noch wenden kannst.
5.
Nähe mit einem nicht zu großen Stich dann beide Stofflagen zusammen. Bevor Du wendest, schneidest Du jetzt die Nahtzugaben zurück. Besonders an den Ecken und Spitzen ist darauf zu achten, nicht zu viel und nicht zu wenig Nahtzugabe stehen bleibt.
6.
Dann wende die rechte Seite nach außen. Nimm Dir eine Nadel, um die Ecken und Spitzen auszuformen. Wenn das gut gelungen ist, kannst Du den Tannenbaum noch bügeln und mir ein Foto zu meinem FB (Pfiffigste Nadel) schicken. Der Wendeschlitz kann noch zugenäht werden, meiner ist einfach offen geblieben, man ihn nach dem Bügeln nicht mehr sah.
Dieser Zapfen, spontan gehäkelt, war Auslöser, viele Monate später, eine Häkelanleitung dafür zu schreiben. Seine Form veränderte sich sicherlich minimal, nun aber lässt er sich nachhäkeln.
Bitte genieße zuerst das Video, dort findest Du Fotos zur Inspiration.
Hier findet Ihr die Begriffserklärungen für meine Häkelabkürzungen:
Diese Anleitung ist nur für Deinen eigenen Gebrauch freigegeben. Wenn Du mit den gehäkelten Eiszapfen Handel betreiben möchtest, dann ist eine Erlaubnis von Pfiffigste nötig.
Angaben zu Wolle und Häkelnadel
Nadel: 2mm
Wolle: 2,5 - 3,5 oder 2-3, habe eine ganz einfache Wolle, wahrscheinlich Schurwolle, die etwas fusselt genommen. Von glatter Baumwolle rate ich ausnahmsweise ab, das sie einfach zu störrisch sein könnte. Der Zapfen soll sich später beim Füllen etwas dehnen lassen.
Variation: Je dickere Wolle Du nimmst, desto größer wird der Zapfen.
Farbbenennungen:
Farbe 1: Weiß-Grau-Silber
Setze einen Marker für die Rundenanfänge, häkele hierfür den Anfangsfaden ein.
(Dazu habe ich ein Video: https://youtu.be/SwpUxHV2fb8)
Der Zapfen wird von oben nach unten gehäkelt:
1. Weiß-Grau-Silber: Lege einen MR, häkele in diesen direkt 5 Zipfel ein. Hier beschreibe ich den Zipfel: 4 LM, in die 3. – 1. davon feste Maschen. 1KM um den gelegten MR. Häkele also noch 4 Zipfel. Ziehe dann erst den MR zu.
2. Zwischen den KM, die um den MR liegen, ergeben sich nun Einstichmöglichkeiten. Nutze diese, um dann von hinten jeweils 2 FM pro Zipfel aufzunehmen. Das ergibt 10 FM in 2. Runde (10 FM).
Ergänzung der Testerin: Hinter den Zacken die Nadel vorbei führen und in die KM je 2 FM pro Zipfel zunehmen. Das ergibt 10 FM in 2. Runde (10 FM).
3. Rapport: *Zipfel, 1KM ins vordere Glied jeder 2. FM der letzten Runde* (5 Z= Zipfel).
4. Zwischenrunde: Es bleiben die hinteren Maschenglieder gut sichtbar: Häkele nun nur feste Maschen in alle sichtbaren hinteren Glieder vorletzter Runde. Passe genau auf, die Maschenzahlen sollten stimmen (10 FM).
5. Rapport: *Zipfel, 1KM ins vordere Glied jeder 2. FM der letzten Runde* (5 Z= Zipfel).
6. Zwischenrunde: Häkele nun wieder nur feste Maschen in alle sichtbaren hinteren Glieder vorletzter Runde, verdoppele dabei aber jede 5. Masche (12 FM).
7. Ich kürze hier mal ab: 6 Z ins vordere Glied (6 Z).
8. Verdoppele jede 6. FM im hinteren Glied (14).
9. Ab hier haben die Zipfel nun nur noch 3 LM und 2 FM, werden aber weiterhin in jedem 2. vorderen Glied mit KM fixiert. Häkele also 7 kleinere Zipfel (7 Z).
10. Verdoppele 4x jede 3. im hinteren Glied, restliche = FM (18).
11. 9 Zipfel ins vordere Glied (9Z).
12. Verdoppele jede 3. FM im hinteren Glied (24).
13. 12 Zipfel (12 Z).
14. Verdoppele jede 4. im hinteren Glied (30).
15. 15 Zipfel (15 Z).
16. Verdoppele jede 10. im hinteren Glied (33).
17. 16 Zipfel, 1A (16 Z zu 32 FM). *** Ab hier kannst Du auch die Variation häkeln (siehe unten!).
18. Lasse jede 6. aus, nutze auch bei den Abnahmen die hinteren Glieder, restliche = FM. Halte durch, gleich ist der Horror der Maschenaufspaltungen auch schon vorbei!!! :-D (27).
19. Hier wird’s unlogisch, ist aber leider so … :-D: Bringe irgendwie nur noch 12 Z unter (12 Z zu 24 FM).
20. Lasse jede 4. der 24 FM aus, hinteres Glied nutzen (18). Stopfe, sodass sich der bisherige Zapfen schön in die Höhe dehnt.
21. Ab hier wird ohne Maschenspaltung weitergehäkelt, also normale FM in Abnahmerapporten: Jede 3. auslassen (12). Mal nachstopfen.
22. Jede 2. auslassen (6). Nähe das Loch mit dem Endfaden zu.
23. So, nun kommt noch die Spitze: 7LM, in die 6. – 1. davon jeweils KM, wieder 7 LM, dann KM in die letzten 6, nochmal 7 LM und 6 KM. Nähe die Spitze unten zusammen, und nähe sie am MR des Zapfens fest.
*** Variation ab Zählpunkt 17.
Ab unlogischer Stelle im Skript kannst Du durchaus versuchen, logische Abnahmen einzubauen: Jede 8. auslassen (28), Zipfelrunde, dann jede 7. auslassen (24), Zipfelrunde, dann jede 6. auslassen (24), Zipfelrunde, dann aber stärkere Abnahmen für den Boden: Jede 4. auslassen (18), dann jede 3. auslassen (12), 2. usw. Der Zapfen wird so vermutlich etwas länger. Er kann ja grundsätzlich sehr viele Formen haben, auch klein und dick. Dazu kannst Du dann eher mit dem Boden beginnen.
Variation für den Anfang, von Sandra Kisters-Jedronska
Den 2. Zapfen habe ich so angefangen:
1. Reihe: 7 Lm - 6 Km, 7 Lm - 6 Km – 1 Km in den 1. Z , 7 Lm – 6 Km – 1 Km in den 1. Z.
2. Reihe: *4 Lm – 3 fm – 1 Km* in den entstandenen Ring der vorderen Reihe *4x wiederholen (5 Z insgesamt).
3. Einstieg ins Skript von Pfiffigste ...
Ich sende einen lieben Dank an Sandra Kisters-Jendroska, die für mich testete und Variationen einbaute. Ergänzung, 26.04.2023: Die Verlinkung zum Blog habe ich gelöscht, weil der Blog nicht mehr aktiv aussieht.